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Mit TEMP(o) in die Veränderung...

Erfahrungsbericht einer strategischen Unternehmensausrichtung

Da wir in unserem Unternehmen die TEMP-Methode für unsere strategische Optimierung nutzen, werde ich oft gefragt, was sich dahinter verbirgt. Deshalb erläutere ich nun einmal in meinem Blog, was TEMP aus meiner Sicht ist und wie sich unser Weg mit der Methode bis heute gestaltet.

Auf dem tempus-Unternehmertag im Mai 2009 besuchte ich einen Workshop zur TEMP-Methode. Das Buch dazu war schnell gelesen... Ich erkannte Parallelen zur Balanced Scorecard. Der Vorteil von TEMP liegt aber darin, dass man keine Zahlenkolonnen aus dem Controlling braucht, sondern ohne weitere Hilfsmittel eine Analyse zur Unternehmensfitness erstellen kann.

Die wichtigsten Ebenen zur Unternehmenssteuerung sind hierbei berücksichtigt. Gehen wir die Buchstaben rückwärts durch: P steht für Prozesse, M für Mitarbeiter. Soweit, so logisch. Wenn man bei tempus K für Kunden und F für Führung gewählt hätte, wäre die unaussprechliche FKMP-Methode herausgekommen und keine Analogie zum Firmennamen. Also war man kreativ und nahm man E für Erwartungen des Kunden und T für Teamchef.

Da in unserem Familienunternehmen die Regelung der Nachfolge anstand, wollte ich einen Veränderungsprozess einleiten und hielt diese Methode für geeignet. Ich scharte die zukünftigen Führungskräfte um mich und wir schlossen uns für zwei Tage mit einem tempus-Berater in den Tagungsraum eines Eisenacher Hotels ein. Übrigens empfehlenswert, nicht gleichzeitig mitzuentwickeln und zu moderieren, sondern externe Profis einzubeziehen.

Nach Aufwärmübungen ging es an die Bestandsaufnahme. Jeder hatte auf vier Bewertungsbögen einzutragen, wo er/sie uns gerade sieht. Konkrete Zustandsbeschreibungen erleichterten die Vergabe von Schulnoten in insgesamt 28 Disziplinen. Jeder konnte seine persönlichen Ergebnisse anonym auf einem verdeckten Flipchart eintragen, der Berater gab anschließend das Gesamtergebnis bekannt.

Wir mussten uns eingestehen: Obwohl wir jeden Tag hart und viele Stunden arbeiteten, war unsere Durchschnittsnote so schlecht, dass jeder anständige Grundschüler sie nur gesenkten Hauptes seinen Eltern mitgeteilt hätte ...

Wir waren zwar gut bei E (Kunden), hatten aber insbesondere bei M (Mitarbeiter) und P (Prozesse) - gelinde gesagt - Luft nach oben. Nun konnten wir auf einem Radarchart ablesen, wo wir gut und schlecht unterwegs sind. Während man in der persönlichen Entwicklung und bei der Neukonzeption von Unternehmen darauf achten sollte, vorhandene Stärken zu identifizieren und weiter zu stärken, sind bei der Unternehmensoptimierung die schwerwiegendsten Probleme bzw. schlechtesten Noten zuerst anzugehen. Mit Unterstützung des Beraters formulierten wir unsere Vision und Mission, danach auch unsere Werte.

Wir widmeten uns in den letzten fünf Jahren stark den Mitarbeitern und schufen eine Vielzahl von Bausteinen, die deren Zufriedenheit dienen. Aber was nützen Bausteine ohne Mörtel? Als diesen sehe ich die Arbeit an der Unternehmenskultur an. Schon im ersten Workshop erarbeiteten wir Grundlagen wie Vision und Mission. Später kamen geschäftliche und persönliche Werte hinzu und wir bezogen die Mitarbeiter aktiv ein. Mittlerweile sind fast alle Mitarbeiter (bis auf die "Neuankömmlinge") in einem TEMP-Workshop gewesen und haben ihre Bewertung des aktuellen Unternehmenszustandes abgegeben. Für uns auch ein Pulsmesser für die Mitarbeiterzufriedenheit.

Ich finde es richtig, dass die Finanzergebnisse des Unternehmens bei der TEMP-Methode im Gegensatz zur Balanced Scorecard keine Erwähnung finden: Erfolg ist, was folgt. Wenn man mit begeisterten Mitarbeitern für begeisterte Kunden sorgt, stellen sich Gewinne quasi nebenbei ein. Und hiervon profitieren mittlerweile auch unsere Mitarbeiter. Wir haben nämlich als einer der ersten Mittelständler in Deutschlands Mitte eine Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung eingeführt. Der Wunsch nach Teilhabe wurde übrigens - sie ahnen es schon - durch die TEMP-Methode von den Mitarbeitern aufgezeigt.

TEMP ist nicht mehr und nicht weniger als ein Werkzeug. Jedes Unternehmen sollte prüfen, welches Werkzeug für seinen individuellen Bedarf am besten geeignet ist. Wenn man mit einer Wasserpumpenzange eine Schraube verkorkst, sind schlimmstenfalls Werkstück UND Werkzeug beschädigt. Wichtig ist, sich nach der Wahl des richtigen Werkzeugs an die Arbeit zu machen. Rückblickend bin ich begeistert, wieviel sich in den letzten Jahren dadurch getan hat. 2014 wurden wir von der tempus-Jury um Prof. Dr. Knoblauch mit dem TEMP-Award ausgezeichnet - ein Ritterschlag von den Machern der Methode! Im vergangenen Jahr erhielten wir den AXIA-Award und den Großen Preis des Mittelstandes. Diese Auszeichnungen sind Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Mit dem besten Team, das ich mir vorstellen kann!
 

Sven Lindig,
7. Januar 2016

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