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Die stille Revolution

Neben Büchern und Hörbüchern sind auch Videos eine gute Möglichkeit zur Weiterbildung. Und so sah ich schon vor mehreren Jahren den Film „Der Upstalsboom-Weg“, der sich mit dem Wandel bei der norddeutschen Hotelkette und seinem Inhaber Bodo Janssen beschäftigt.

Als 2016 sein Buch „Die stille Revolution“ herauskam, kaufte ich es kurz nach Erscheinen. Auch wenn es schwer fällt, den Inhalt eines Buches in wenige Sätze zu packen, versuche ich es: Die Lebensgeschichte des Hoteliers, der in jüngeren Jahren hedonistisch das Leben genoss, aus einer lebensbedrohenden Entführung befreit wurde und nach dem Unfalltod des Vaters das elterliche Untenehmen übernahm. In einer Umfrage unter den Mitarbeitern wurden ihm und der Geschäftsleitung ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt - bis hin zu der Aussage „Wir brauchen einen anderen Chef als Bodo Janssen!“, was ihn bewog, im Kloster unter Begleitung von Pater Anselm Grün über sein Leben und Führung nachzudenken. Im anschließenden Transformationsprozess wandelte sich die Hotelkette unter Einbeziehung der Mitarbeiter zu einem Vorzeigebetrieb mit hoher Arbeitgeberattraktivität und überdurchschnittlichem sozialen Engagement.

Es blieb nicht beim Buch, in diesem Jahr hatte auch der gleichnamige Film Premiere. Ich freute mich, als ich von meinem Bekannten Attila Flöricke angesprochen wurde, bei der Podiumsdiskussion im Anschluss an die Erstaufführung in einem Erfurter Kino mitzuwirken. Eine gute Gelegenheit, Bodo Janssen persönlich kennenzulernen, zumal er sich auf meiner Liste (siehe Blog Mai 2018) befand. 

Den Film kannte ich vorher nicht und war sehr gespannt. Erwartungsgemäß lehnte er sich an die im Buch geschriebene Geschichte an, darüber hinaus kamen Upstalsboomer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu Wort. Regisseur Kristian Gründling arbeitete wie im kürzeren „Upstalsboom-Weg“mit starken, emotionalisierenden Bildern. Manchmal etwas hochdosiert, wie in einem Werbetrailer. Viele Aussagen drehten sich um die Sinnfrage, also das „know-why“. 

Dies wurde auch Teil der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Organisator Attila Flöricke moderiert wurde und in der Bodo Janssen und ich miteinander diskutierten. Da es nichts langweiligeres für das Publikum gibt als Diskussionen, bei denen alle stets nur einer Meinung sind, versuchte ich ein wenig zu provozieren: Ist es nicht schon sinnvoll, wenn man Arbeit für andere leistet - ohne darüber hinaus die Sinnfrage zu überhöhen? Ist es nicht auch bei Upstalsboom so, dass nicht alle begeistert dem neuen Weg folgen? Bodo Janssen antwortete jeweils toll. Er räumte ein, dass es auch Skeptiker in den eigenen Reihen gibt. Er sieht sie allerdings nicht als Widerstandskämpfer, sondern als Menschen, denen es noch nicht gut genug erklärt wurde, warum der Weg gegangen wird und was es für sie bedeutet. ​

 

Das Treffen mit Bodo Janssen empfand ich als bereichernd und inspirierend. Er hat überzeugend aufgezeigt, dass es sinnvoll ist, immer erst auf sich selbst und seine Sichtweisen zu schauen und nicht über andere zu urteilen. 

Ihr/Euer

Sven Lindig


P.S.: Wer sich selbst ein Bild vom Film machen möchte, kann dies demnächst auf DVD tun. (kein Affiliate-Link).

Fotos: Markus Kämmerer / Jena

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