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August Blog: Lob vs. Wertschätzung

Haben Sie sich schonmal Gedanken über die Abgrenzung der Begriffe Wertschätzung und Lob gemacht? Ich habe mir darüber bis vor wenigen Monaten keine Gedanken gemacht und die Wörter im ähnlichen Zusammenhang gesehen. Das ist auch beim ersten Blick auf das Thema der Fall: Bei Wikipedia findet man zu Wertschätzung die Synonyme Ansehen, Achtung und Anerkennung, während Lob anerkennende Worte und ermunternder Zuspruch sind.

Mittlerweile sehe ich es differenzierter. Das hängt vor allem mit drei Impulsen zusammen. Der eine ist der überaus lesenswerte Artikel von Jana Meitzner und Katharina Staudinger auf intrinsify.me. Er zeigt wunderbar auf, warum es ein zweischneidiges Schwert ist, wenn Führungskräfte loben. Die Hierarchie wird noch betont und unterstrichen, wenn ein väterlicher Schulterklopfer ausgeteilt wird. Wenn sich nun hieran ausgerichtet wird, nämlich die Frage “Wie gefalle ich meinem Chef?” im Vordergrund steht. Anstatt sich den Bedürfnissen der Kunden zu widmen...

 

Was ist nun aber mit der oft geforderten Wertschätzung? Hier war der zweite Impuls wertvoll. Er kam von Mahsa Amoudadashi, die einen Vortrag auf einer Veranstaltung hielt.

Sie war die erste Herzlichkeitsbeauftragte im Nürnberger Hotel Schindlerhof, das von Familie Kobjoll auf besondere Art und Weise geführt wird.

Sie spricht von fünf Stufen der Wertschätzung: Aufmerksamkeit, Respekt, Höflichkeit, Toleranz und Empathie.

Diese werden auch in einem Text auf ihrer Homepage beschrieben: “Die Aufmerksamkeit steht dafür, andere Menschen wahrzunehmen. Das Nichtwahrnehmen unserer Person kann als Demütigung empfunden werden und Ignoranz tut oftmals mehr weh als Kritik.”
Respekt bedeutet, sein Gegenüber ernst zu nehmen, ihn in seinen Anliegen und seiner Persönlichkeit zu sehen. Höflichkeit steht für die klassischen Höflichkeitsformen wie „Bitte“, „Danke“, Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“, genauso wie Tischmanieren, angemessene Kleidung und die Rücksichtnahme auf Ältere und Schwächere ein Ausdruck von Wertschätzung sind. Werden diese Dinge missachtet, dann wird Desinteresse und Geringschätzung signalisiert. Toleranz bedeutet, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Daher kann Wertschätzung auch dafür stehen, die Werte des anderen zu schätzen, auch wenn ich selbst anderer Meinung bin.
Die fünfte Stufe für die Voraussetzung von Wertschätzung ist die Empathie. Empathie ist dann vorhanden, wenn man sich in die Gefühle und Vorstellungswelt eines anderen Menschen hineinversetzen kann.”
 
Der dritte Impuls war eine Telefonkonferenz, die in Folge des oben genannten Artikels auf intrinsify.me stattfand. Ich diskutierte mit den beiden Autorinnen und einigen anderen Personen über die Gefahren des Lobs und die Abgrenzung zur Wertschätzung. Spannend war die Aussage eines Vertreters der Generation Y, der bei fachlichen Fragen (wegen ungenügender Einarbeitung) persönliche Rückmeldungen bekam und mit dieser Art des Feedbacks nicht glücklich war. Oder unsere Diskussion darüber, ob anderen nicht etwas fehlt, wenn wir aufgrund unserer hier diskutierten Bedenken nicht mehr loben ...
 
Fazit war, dass wir unsere Leichtigkeit nicht verlieren sollten. Wenn wir im Unternehmen nun also am kommenden Freitag unser jährliches Herbstfest feiern und ich auch ein paar Worte an unser Team richte, könnte das damit verbundene Dankeschön für die geleistete Arbeit auch als Lob rüberkommen. Das Risiko muss ich wohl eingehen ...
 
Sven Lindig
31.8.2018
 

P.S.: Die Anerkennung einer erbrachten Leistung durch Kunden ist die beste Bestätigung für Mitarbeiter!

 
 
 
 

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