Sven Lindig schreibt aktuell für Sie ...

New Work Experience

Seit ich mich im Juni letzten Jahres als Frühbucher für die Teilnahme an der XING New Work Experience entschieden habe, freute ich mich auf den 6. März 2018.

Umso mehr, als sich nach und nach das Programm formte. Das Thema New Work interessiert mich nun seit ungefähr drei Jahren und ich habe schon einige Veranstaltungen zur Neuen Arbeitswelt besucht oder mit veranstaltet, aber keine mit 1500 Teilnehmern. Schon der Ort lockte: Die Elbphilharmonie in Hamburg. Am sonnigen Morgen trieb das Eis langsam vorbei und spiegelte sich in der Sonne - traumhaft!

Der Morgen ging gut weiter, als ich dem Philosophen Richard David Precht beim Frühstück im Hotel begegnete. Möglichst unaufdringlich habe ich, als er den Frühstücksraum verließ, noch ein Autogramm abgestaubt. Für die Jüngeren: Das ist sozusagen der Vorläufer des Selfies, früher reichte eine Unterschrift als Sammelobjekt...

 

Die Key-Note von Richard David Precht war für mich ein Höhepunkt des Tages. Einige seiner Aussagen hier mal als Zitat:

  • „Das Leben baut nur auf Steinen, die es woanders hergeholt hat.“
  • Über Neue Arbeit: „Etwas zu tun, etwas zu gestalten, liegt in der Natur des Menschen. Von 9 bis 5 in einem Büro zu sitzen nicht.“
  • Über Digitalisierung: „Das Problem ist, dass der Busfahrer, der mit 50 seinen Job wegen autonom fahrender Busse verliert, dann kein Virtual-Reality-Designer wird.“
  • Über Zeitgewinn: „Der freie griechische Mann hat sich dadurch ausgezeichnet, dass er nicht gearbeitet hat. Sonst wäre er kein freier griechischer Mann gewesen.“
  • Über Bildung: Um kreative Bildung zu erzeugen braucht es kreative Leute und keine Kultusbürokraten!
  • Über Planbarkeit: Ein Plan ist etwas was so Eintritt wie es geplant wurde. Wenn etwas ungeplantes geschieht, entstehen Geschichten.
  • Über Geselligkeit: Kooperationen sind nicht nur entstanden, weil niemand ein Mammut allein erlegen kann. Kooperationen sind auch entstanden, weil niemand ein Mammut alleine essen kann.

 

Ich möchte den Blog nicht allzu sehr in die Länge ziehen, indem ich jedes mitgeschriebene Zitat wiedergebe. Denn es sprachen noch KI- und Blockchain-Experten, der rebellische Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger, dm-Gründer Götz Werner, DAX-Vorstandsmitglieder, Glücksministerinnen, Professoren und Professorinnen. Es gab viel zu lernen, bis hin zum für mich neuen Begriff Organisationale Ambidextrie.
Den Abschluss machte der bemerkenswerte Dr. Ha Vinh Tho, Programmdirektor des Zentrums für Bruttonationalglück in Bhutan. Dort bemisst man den gesellschaftlichen Erfolg nicht am Bruttosozialprodukt, sondern misst alle drei Jahre das Bruttonationalglück. Das ganze Regierungshandeln ist dort ganz offiziell am Glück der Bürger ausgerichtet und zielt nicht nur auf die Wiederwahl in wenigen Jahren, sondern schätzt die Folgen des Handelns für die kommenden Generationen ab. Mittlerweile gibt es nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen, die sich hieran orientieren.

 

Alle Beispiele und Erläuterungen zeigten mir wieder aufs Neue, dass nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Gesellschaft neu auszurichten ist. Dass Bildung neu zu denken ist und wir über die Verwendung der Zeit neu befinden, wenn Computer und Roboter mehr und mehr Arbeiten abnehmen. Dass wir Finanzierungsmodelle für ein bedingungsloses Grundeinkommen brauchen, das von Richard David Precht wie von Götz Werner propagiert wird und Menschen zukünftig das tun, was sie wirklich wirklich wollen.

 

Und damit letztmalig der Hinweis auf die Veranstaltung am 21. März 2018, bei der unter anderem Vordenker Niels Pfläging über den Untergang des klassichen Management spricht und diskutiert. Jetzt noch schnell anmelden unter www.neue-wirtschaft-mitte.de

Wir sehen uns hoffentlich dort!

Ihr/Euer
Sven Lindig

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