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30 Jahre Digitalisierung bei LINDIG

Wer der Meinung ist, dass Digitalisierung eine Erfindung der Neuzeit ist, sei hiermit eines Besseren belehrt. Kürzlich übergab mir mein Vater einen Schriftverkehr aus DDR-Zeiten, bei dem es um die Beschaffung eines Computers für den Familienbetrieb ging.

Damals war die Firma auf die Instandsetzung von Blattfedern spezialisiert und mit sieben Mitarbeitern überschaubar groß. Trotzdem war klar, dass Schreibmaschine und Zettelblock keine Zukunftstechnologien sind und Verbesserungen nötig sind. Privat hatte ich als damals 15jähriger das Privileg, über moderne Rechner aus dem Westen zu verfügen: Erst Atari 800 XL mit Datasette, dann Commodore 64 und später Commodore 128. An die Freude, wenn auf dem Bildschirm erste eingegebene Programmzeilen mit dem List-Befehl Zeichen dargestellt wurden, erinnere ich mich noch gut. Wie enttäuscht wären wohl Jugendliche heutzutage über die magere Ausbeute auf dem Monitor?

Mein Vater hatte einen PC 1715 vom DDR-Kombinat robotron beantragt. Ein langer Kampf in der Planwirtschaft, die bürokratisch mit Vergabe von sogenannten Bilanzanteilen agierte. Was die Größe der Technik anbetrifft witzelten wir damals, dass unsere Mikroelektronik nicht kleinzukriegen ist ... Es war aber nicht allein mit dem Rechner getan, der Kampf ging bei den Speichermedien weiter. So existiert auch ein weiteres Schreiben, mit dem uns für 1988 drei Disketten 5,25 Zoll zugesprochen wurden.

Die DDR hatte abgewirtschaftet und leider vergisst mancher der heute meckert die damaligen Umstände. Auf jeden Fall finde ich die Dokumente ein schönes Stück Zeitgeschichte. Immerhin zeigen sie, dass wir schon seit drei Jahrzehnten dran sind, das Unternehmen zu digitalisieren. Beim weiter zunehmenden technischen Fortschritt können wir wohl davon ausgehen, dass wir auch in der nächsten Dekade nicht damit fertig werden...

Ihr
Sven Lindig

 

 

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